Mikel Qasqas

Mikel Qasqas

Mediengestalter seit 01.06.2017
„In der Talentfabrik kann ich jetzt anderen Menschen helfen, sich durch Ausprobieren weiter zu entwickeln und den passenden Beruf zu finden.“

Mikel Qasqas wuchs in Syrien auf und besuchte nach dem Abitur die Fachschule für Design in Damaskus. Die Kosten für seine Schul- und Berufsausbildung verdiente er sich mit seiner Arbeit als leitender Kundenberater einer Laserschneideanlagenfabrik. „Dort habe ich viele Erfahrungen in Kundenbetreuung gesammelt,“ erinnert sich Qasqas an diese Zeit.

Nachdem Qasqas seine Ausbildung abgeschlossen hatte, war er drei Jahre lang als Grafikdesigner in einer großen Firma in Damaskus tätig, bis 2011 der Bürgerkrieg ausbrach. Da war er 22 Jahre alt.

Der Kriegsausbruch in Syrien machte das Leben dort gefährlich und wirkte sich verheerend auf den Arbeitsmarkt aus. „Nach dem Kriegsbeginn gab es keine Aussicht mehr auf eine Stelle, mit der ich meinen Lebensunterhalt verdienen konnte,“ erzählt Qasqas, der als Christ im überwiegend muslimischen Syrien doppelt gefährdet war. „Ich habe keine Perspektive für eine Zukunft gesehen. Und so habe ich den Weg nach Deutschland, in einen Job, in eine Zukunft auf mich genommen,“ so Qasqas weiter.

„Um möglichst schnell in Arbeit zu kommen, habe ich mich sehr angestrengt, so schnell wie möglich zu lernen – vor allem die deutsche Sprache,“ erzählt Qasqas und freut sich: „Es ist ein sehr schönes Gefühl, dass ich meinen Eltern helfen kann, obwohl die Familie immer noch in Syrien lebt und den dortigen Gefährdungen ausgesetzt ist.“

Qasqas fühlt sich heute gut in Deutschland integriert. „Ich werde akzeptiert und respektiert.“ Nach dem Erhalt seiner Arbeitserlaubnis fand er Arbeit und ist jetzt Mediengestalter in der Talentfabrik: „Menschen zu helfen war mir immer wichtig, zum Beispiel als Gruppenleiter bei den Pfadfindern,“ sagt er über sich. „In der Talentfabrik kann ich jetzt mit meiner Arbeit auch helfen – Schülerinnen und Schülern, jungen Menschen, anderen Geflüchteten zum Beispiel, damit sie sich durch Ausprobieren weiterentwickeln und den passenden Beruf finden.“